FaZiT - Familien Zusammenführung im Team

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NRZ vom 07. April 2000:

Wissen, wo die Familie herkommt - "Fazit" vereinfacht Ahnenforschung

von Christof Wolf

    "Henrich von den Kotten" steht ganz oben auf dem großen Blatt, geschrieben mit Bleistift auf Millimeter-Papier. Und soviel ist klar: Der Mann heiratete 1659 und starb 1726. Geboren wurde er um 1634. Heinrich von den Kotten ist ein Vorfahr von Gerd Heinrich Hedtkamp, der älteste, den er ermitteln konnte. Hedtkamp selbst steht fast ganz unten auf dem großen Papier, unter ihm nur noch seine beiden Kinder.

    Jahre hat Hedtkamp gebraucht, um das große Blatt zu beschreiben. 1984 fing er an. Damals gab ihm seine Schwester einen Ahnenpass. Und Hedtkamp fragte sich, was sich wohl alle Ahnenforscher anfangs fragen: Woher kommt eigentlich meine Familie? Es folgte der erste Urlaub, in dem er in Schwerte zwei Wochen lang Kirchenbücher wälzte. Weiter ging's mit Behördenbriefe, Reisen und Besuchen bei Standesämtern.

Im Urlaub bei Standesämtern

    Hedtkamp ist Mitglied der Bezirksgruppe Essen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde. Einer von den 40, die sich am Donnerstag vergangener Woche im Hotel Essener Hof beim "Genealogischen Stammtisch" trafen. 70 Mitglieder hat die Gruppe insgesamt.

    Ihr Vorsitzender Michael Ludger Maas hat schon Einsteiger-Kurse in Genealogie (Ahnenforschung) gegeben. Wie und wo sollte der Hobby-Familienforscher also anfangen? Ganz einfach mit Fragen an die Lebenden. Man sollte Eltern, Großeltern, Verwandte fragen: Wann wo wurde wer geboren,hat geheiratet, ist gestorben? So entsteht ein Geflecht von Dreiecken, deren jeweils untere Ecke man selbst und die anderen beiden Mutter und Vater bilden. Bringt das Fragen nichts mehr, heißt es, in Omas Schubladen nach Papieren zu wühlen.

    Irgendwann kommt dann der tote Punkt. Dann kann man auf das zurückgreifen, was am Donnerstagabend vorgestellt wurde, auf "Fazit" (Familienzusammenführung im Team). Dr. Dorothee Rohmann und ihr Team präsentierte im Essener Hof ein Computer-Programm zur Erfassung und zum Vergleich von Familiendaten.

Überhaupt scheinen PC und Scanner die Karteikarten inzwischen abgelöst zu haben. Alte Kirchenbücher etwa, die als Quelle der Familienforschung gelten, werden von fleißigen Genealogen eingescannt oder abfotografiert, auf dass der nächste nicht die gleiche Sucharbeit hat wie man selbst.

    Trotzdem sagt Hedtkamp: "Fünf krieg' ich nicht unter die Erde." Sprich: Von fünf seiner Ahnen hat er keine Sterbedaten. Wahrscheinlich, weil sie alte Fuhrleute waren, und irgendwann und irgendwo unterwegs starben. Aber er hofft weiter, denn Ahnenforschung ist immer für eine Überraschung gut. Nicht wenig verwundert war etwa einer seiner Bekannten, als er herausfand, dass er aus einer Familie von Scharfrichtern kam. Ja, "das Ganze ist schon sehr interessant", sagt Hedtkamp. Und wenn seine Frau sagt, "beschäftige dich doch nicht mit Toten, beschäftige dich mit Lebenden", antwortet er: "Die Toten ärgern mich aber nicht".

    Sie kennen viele ihrer Vorfahren (v.l.n.r.): Dorothee Rohmann, Michael Maas und August Hucklenbroich. NRZ-Foto: mano